Die Klage über die Schärfe des Wettbewerbs ist in Wirklichkeit meist nur eine Klage über den Mangel an Einfällen

„Die Klage über die Schärfe des Wettbewerbs ist in Wirklichkeit meist nur eine Klage über den Mangel an Einfällen.“ von Walter Rathenau (1867 bis 1922).

Über dieses Zitat bin ich in einem meiner Studienhefte über Innovationsmanagement gestolpert. Der Satz ist eindringlich und einfach, jedoch verstehen ihn leider nur erschreckend wenige Unternehmen heutzutage!

Mehr Ideen erzeugt neue Produkte und Features. Neue Produkte und Features bedeutet mehr Marktanteile. Mehr Marktanteile bedeutet mehr Umsatz. Warum schreiben dann viele Unternehmen sich zwar Innovativität auf die Fahnen, aber leben es nicht im Alltag? Vor 5 Jahren hätte noch jeder geantwortet “Weil Forschung zu teuer ist”. Aber auch dieses Argument ist (für mich gefühlt) verstummt. Mitarbeiter liefern im Alltag Ideen for free (vorausgesetzt man hat engagierte Leute nach der Theorie Y), das schnelle Computerzeitalter und Rapid Prototyping Techniken lassen schnelle und kostengünstige Proof of Conecpts erstellen, und soziale Netzwerke macht das Marketing für die neuen Features schnell und günstig.

Ich glaube das wahre Problem ist Angst. Vor allem Angst vor Veränderungen und Angst vor Misserfolgen. Veränderungen erzeugen immer Widerstand und Ängste.
In diesem Fall könnten Ängste entstehen weil die Corporate Identity, durch geringe Qualität des neuen Produkts leiden könnte. Die Angst ließe sich durch Transparenz sicherlich zerstreuen, in dem man den Nutzer darauf hin weißt, dass es sich bei dem Produkt um eine Testversion handelt. Der Nutzer wünscht sich immer bessere, neue Lösungen auf sein Problem, als immer die gleiche (schlechte, alte) Lösung die aber keine Fehler enthält. Hey ihr Unternehmen da draußen: Done is better den perfect!

Die Angst vor Misserfolgen ist absolut real und Misserfolg ist sogar häufiger als Erfolg:

Aus 2000 Ideen entstehen ca. 400 Projekte, aus diesen werden wiederum rund 200 Produktideen konzipiert, 150 davon werden dann aus unterschiedlichsten Gründen nicht weiter verfolgt und nur 50 erleben eine Markteinführung. Beim Kunden fallen 40 durch. Nur 10 Produkte können dann wirklich zu den erfolgreichen Innovationen gezählt werden. (aus Jaworski, Jürgen: Innovationskultur: Vom Leidensdruck zur Leidenschaft. 2007).

Davon darf man sich aber nicht entmutigen lassen. Würde man einem Fußballspieler raten nur auf das Tor zu schießen wenn er sich absolut sicher ist, dass er trifft, hat man das Spiel schon verloren!

Innovationen brauchen Mut und sie müssen vom Top Management bis zur Reinigungskraft gelebt werden! Sie nur in eine Liste voller Firmenwerte zu schreiben hilft da noch nicht viel.

PS: Dieser Blogeintrag ist der Erste zu Innovationsmanagement dem noch weitere folgen werden.

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